Meisterschaft im Tretrollerfahren


Fotos: atb
Wendelinuspark: Rollern über Hügel
Deutsche Meisterschaft und Eurocup im Tretrollerfahren am Wochenende im Wendelinuspark: Fast lautlos, dennoch rasend schnell sausen die Sportler auf dem Wendelinus-Rundweg den Hügel zum Skaterpark hinunter.
St. Wendel. Monika Sens aus Tholey wurde neue Deutsche Vizemeisterin im Tretrollerfahren. Sie musste sich in der Nationalwertung nur der Garmisch-Partenkirchenerin Andrea Hammer geschlagen geben. Auf den dritten Platz rollerte Karin Bastian aus Neunkirchen. Auch bei den deutschen Männern fuhr ein Lokalmatador ganz vorne mit, nämlich Helmut Maue aus Bliesen. Er kam bei der Deutschen Meisterschaft der Männer auf den dritten Platz.
Deutsche Meisterschaft und Eurocup im Tretrollerfahren im Wendelinuspark: Fast lautlos, dennoch rasend schnell sausen die Sportler auf dem Wendelinus-Rundweg den Hügel zum Skaterpark hinunter. Fast 70 Kilometer pro Stunde nimmt ihr Gefährt an dem langen Gefälle auf. Mountainbiker, Inlineskater und Rollskifahrer schauen sich verwundert um, welch seltsames Gefährt auf zwei Rädern zum Überholen ansetzt. Blankes Erstaunen zeigt sich auf den Gesichtern, wenn sie sehen, dass ein Tretroller ihnen den Schneid abkauft. Mit zwei kräftigen Stößen ist der Rollerfahrer auch schon heran und vorbei. Helmut Maue aus Bliesen, selbst passionierter Tretroller-Rennfahrer, hat Gleichgesinnte zum Kräftemessen nach St. Wendel eingeladen. Vier Frauen und 19 Männer aus ganz Europa waren der Einladung gefolgt.
Bereits am Freitag und Samstag wurde in St. Wendel schwer gerollert. Da fanden die Trainingsläufe statt. Am Sonntagmorgen sind die Männer und Frauen gemeinsam gestartet. Die Männer müssen den Wendelinus-Rundweg ganze acht Runden befahren, für die Frauen hat man sich auf immerhin vier Runden des etwa fünf Kilometer langen Rundweges geeinigt.
Markus Sens knallt die beiden Hälften der Startklappe zusammen, und los geht's. Ein dichter Pulk von Rollerfahren bewegt sich auf die Skaterbahn zu, leise stampfen die Füße der Rennfahrer eine unregelmäßigen Takt. Wo einige Lokalmatadoren zusammenkommen, da sind auch die Fans nicht weit. „Klar unterstütze ich meine Frau“, freut sich Markus Sens nach seiner ehrenvollen Aufgabe als Startklappenmann nun Ehefrau Monika mit einer Ratsche bei jedem Vorbeirollern anzufeuern. Das Starterfeld zieht sich schnell auseinander. Richard van Camp setzt sich schnell von dem übrigen Feld ab. Ihn verfolgen die beiden Italiener Federico Torti und Igor Ricci. Die Tifosi liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Im internationalen Vergleich sind die deutschen Teilnehmer weit abgeschlagen. Bei den Frauen dominiert die Grand Dame des bayerischen Rollersports Andrea Hammer. Und was sie leistete, das war sehr viel: Sie rollerte die etwas mehr als 20 Kilometer lange Rennstrecke in nur 55 Minuten und 58 Sekunden. Die St. Wendeler Rennstrecke habe ihr gelegen. Vor allem die Steigungen seien ihr entgegengekommen. „Bergauf lasse ich in Garmisch manchen Mountainbiker hinter mir“, verrät sie im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Da kann die Niederländerin Ilse Bijl nicht mehr mithalten: „Bei uns ist ja alles flach, solche Hügel gibt's in Holland nicht.“
Probleme mit den Hügeln hatte auch Richard van Camp. Der Rennsieger hatte zwar die über 40 Kilometer in 1.23:16 Stunden gefahren, Doch er sagt: „Ich bin eigentlich auch kein so guter Kletterer. Die Steigung an diesem Hügel die war schon recht anstrengend.“ Dann wird's nochmal spannend: Einige Minuten hinter dem Finn-Amerikaner treffen die beiden Italiener in einem regelrechten Foto-Finish ein. Rennrichterin Anke Lauk muss den Besserplatzierten nach Augenschein benennen. Die Stopp-Uhr kann nur ein fast gleichzeitiges Überfahren der Ziellinie messen. pver
Auf einen Blick
Eurocup Männer: 1. Richard Van Camp, USA, 1.23:16. 2. Federico Torti, Ialien, 1.33:09. 3. Igor Ricci, Italien, 1.33:10.
Eurocup Frauen: 1. Andrea Hammer, Deutschland, 0.55:58. 2. Ilse Bijl, Niederlande, 1.01:14. 3. Monika Sens, Tholey, 1.07:58.
Deutsche Meisterschaft im Tretrollerfahren Männer: 1. Wolfgang Seibel aus Hauenstein mit 1.34:39. 2. Lars Kessler aus Ennepetal mit 1.35:20. 3. Helmut Maue aus Bliesen mit 1.47:41.
Deutsche Meisterschaft im Tretrollerfahren Frauen: 1. Andrea Hammer aus Garmisch-Partenkirchen mit 0.55:58. 2. Monika Sens aus Tholey mit 1.07:58. 3. Karin Bastian aus Neunkirchen mit 1.17:26. pver
Presseartikel der Saarbrücker Zeitung vom 21. Juni 2004



 Neben Spitzenfahrern dürfen auch Kinder ihr Können beweisen. Foto: dpa

Selbst der Weltmeister rollert mit
Sie fahren in der Stunde etwa 25 Kilometer mit ihren Rollern. Kräftige Fußstöße treiben die Gefährte an. Sportler aus fünf Nationen kommen in den Wendelinuspark nach St.Wendel zum Eurocup der Tretrollerfahrer.
St. Wendel. Rasend schnelle Tretroller sausen am Wochenende durch den St. Wendeler Wendelinuspark. Und dabei wird auch ein Weltmeister seine Runden treten: Hannu Vierieku aus Finland hat vor zwei Wochen die Weltmeisterschaft im 30-Kilometer-Tretrollerfahren gewonnen. Nun präsentiert er sich dem St. Wendeler Publikum auf der 10,3-Kilometer- und der Marathon-Distanz über 41,2 Kilometer. Auf dem Tretroller. Die Spiel-Gefährte aus vergangenen Kindertagen sind aus der Versenkung aufgetaucht - als Hightech-Sportgeräte und als durchaus athletische Herausforderung. Die Zweiräder werden durch nichts weiter anderes angetrieben als den Abstoß eines Fußes am Boden. Spitzenfahrer erreichen so Geschwindigkeiten bis zu 25 Kilometer pro Stunde. Und wie ein Spitzenfahrer fährt, das können die Zuschauer am kommenden Wochenende im Wendelinuspark in St. Wendel sehen. Aus fünf Nationen sind wieder Tretrollergrößen am Start.
Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr findet auch der zweite deutsche Eurocup wieder im Wendelinuspark in St. Wendel statt. Gleichzeitig wird die deutsche Meisterschaft 2004 ausgefahren. Dabei geht's für die Jedermänner und die Jugendlichen um 10,3 Kilometer um den Wendelinuspark. Frauen fahren am Sonntagmorgen einen Halbmarathon mit 20,6 Kilometern. Und die Männer begeben sich auf die Marathon-Distanz über 41,2 Kilometer. Die Tretrollerfahrer laden Interessenten am Wochenende vom 18. bis 20. Juni ein, sich mit den Besten Deutschlands und Europas zu messen. Aber auch Leute, die nur einmal einen Tretroller ausprobieren, die Sportler anfeuern oder einfach mitfeiern möchten, können zum Wendelinuspark kommen. Für die Jedermannrennen stehen Tretroller zum Ausleihen bereit. Die deutsche Tretroller-Elite will auch zeigen, wie gesund Tretrollerfahren ist. Deshalb sind in das Tretroller-Wochenende auch Angebote für ältere Besucher unter dem Motto "Fit und vital älter werden" in Zusammenarbeit mit Landkreis St. Wendel und Saarländischem Turnerbund am Freitagnachmittag sowie Tretrollern für Jedermann und behinderte Menschen in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe St. Wendel und dem Saarländischen Turnerbund integriert.
Wer mitmachen möchte: Einfach mal bei den Organisatoren nachfragen. Ansprechpartner sind Helmut Maue aus Bliesen und Lars Kessler aus Ennepetal. "Es handelt sich um keine kommerzielle Veranstaltung, mit der ein materieller Gewinn erwirtschaftet werden soll", unterstreicht Helmut Maue. Deshalb würden immer Helfer gesucht, die zum Gelingen beitragen. pver
Auf einen Blick
Programm: Freitag, 18. Juni, von zehn bis 18 Uhr, Tretrollern für Jedermann, auch Schulklassen sind willkommen. 14.30 bis 18 Uhr "Fit und vital älter werden" - Tretrollern für die älteren Semester. Samstag, 19. Juni, um 16 Uhr Staffelrennen - Eurocup, 19 Uhr Jedermannsrennen, Roller werden zur Verfügung gestellt, 20 Uhr Einzelzeitfahren 10,3 Kilometer im Eurocup, anschließend Party im Carpe Diem. Sonntag, 20. Juni, zehn Uhr Damenrennen, 20,6 Kilometer, und Herrenrennen, 41,2 Kilometer, beide Rennen im Eurocup. pver
Hintergrund
Anmeldeschluss gibt es nicht. Trotzdem möchten die Veranstalter gerne vorab wissen, welche Rollerfahrer sie in St. Wendel erwarten dürfen.
Startgebühr für Teilnehmer aus Deutschland: fünf Euro. Teilnehmer aus anderen Ländern wird die Startgebühr erlassen. e-mail: sanktwendel@tretrollersport.de.
Ansprechpartner: Helmut Maue, Narzissenweg 13, 66606 Bliesen, Telefon (06854) 6509. Lars Kessler, Küperei 24, 58256 Ennepetal, Telefon: (02333) 601410. pver
Presseartikel der SZ v. 18.06.04

Tretroller-Tage
z. Zt. geplanter Programmablauf:

Freitag 18.06.
Bereich Skaterpark - ganztägig
Tretrollertag für Schulen, Kindergärten und Jedermann

Samstag 19.06.
Bereich Skaterpark - ab 14.00 Uhr
Tretroller KO-Sprint, Kids Race
Bereich Rundweg und Skaterpark - ab 20.00 Uhr
1. Nachtmarathon (weltweit noch nie durchgeführt)

Sonntag 20.06.
Skaterpark u. Rundweg - ab 10.00 Uhr
10 km Verfolgungsrennen
Es regierten die Motorräder
Tolle Atmosphäre beim Lauf der Internationalen Deutschen Supermoto-Meisterschaft in St. Wendel
St. Wendel (ps). Tolle Stimmung, spannende Rennen, dröhnende Motoren. Der Lauf zur Internationalen Supermoto-Meisterschaft in der Kreisstadt elektrisierte die Massen. Über 15000 Besucher pilgerten zum Wendelinuspark und bekamen Motorsport vom feinsten geboten: Schnelle Kurven, gewagte Zweikämpfe und spektakuläre Sprünge sorgten für ein tolles Rennfeeling.
Wenn man sich am Wochenende der Kreisstadt näherte hörte man schon von fern das Brummen zahlreicher Motoren, die einen ohrenbetäubenden Lärm verursachten.
An der Strecke waren die zahlreichen Besucher ganz nah dabei. Schon in den Trainingsläufen ging es heiß her.
Nach dem Start ging es für die Fahrer zunächst durch eine schwierige Kurvenkombination, ehe es zum unbefestigten Teil der Strecke ging. Hier war für die Piloten bei zwei Sprüngen höchste Konzentration gefragt. Über eine gerade ging es dann weiter, zur „Schlauen Stromer“-Kurve. Von dort dann durchs enge „Globus-Oval“ zurück zur Start- und Zielgeraden.
Insgesamt 1150 Meter wurden pro Runde in atemberaubendem Tempo zurückgelegt. Die Zuschauer unter ihnen viele Jugendliche waren von dem Spektakel begeistert.
Mit Freunden von seiner Schule war der 14-jährige Martin Junker auf der Supermoto: „Die Rennen waren saucool. Direkt vor uns gab es einen spektakulären Sturz, bei dem aber Gott sei Dank nichts passiert ist. Die Stimmung war einfach genial. Am besten hat mir aber die „Wheely-Show“ nach den Rennen gefallen“, erklärt der Schüler des Arnold-Jansen Gymnasiums in St. Wendel. Wer die Rennen gewann, wurde für die meisten Zuschauer zur Nebensache. Alleine das Motorsporterlebnis war faszinierend genug.
Auch das Rahmenprogramm ist ein fester Bestandteil der Veranstaltung. Neben Showeinlagen, gab es auch an den Ständen der Rennteams alles Rund ums Motorrad zu erwerben. Abends sorgten im Festzelt die Bands „Spins“ und „Varus“ für Stimmung bei den Motorsportfreunden. Alles in allem war auch die 2. Supermoto in St. Wendel wieder eine tolle Sache!
Presseartikel Wochenspiegel vom 19.5.04
Rückkehr der knatternden Motorräder
Von 14. bis 16. Mai gibt’s in St. Wendel wieder gefährliche Schräglagen.
Am 19. April beginnt der Vorverkauf für das Supermoto-Wochenende in St. Wendel
Winterbach. Vom 14. bis 16. Mai trifft sich die europäische Elite des Supermoto-Sports wieder zu einem Lauf der Internationalen Deutschen Meisterschaft in St. Wendel. Der Motorsportclub Nordsaar wird im Rahmen der Veranstaltergemeinschaft des ADAC Saarland erneut an maßgeblicher Stelle aktiv sein. „Im Bereich des Streckenaufbaus und der Streckensicherung, sowie in der Organisation liegt die Verantwortung wieder bei uns“, erzählt Hartmut Gisch, der neue Vorsitzende des MSC, nicht ohne Stolz. Im Vorjahr wurde der Lauf in St. Wendel auf Anhieb zur besten Veranstaltung der gesamten Saison. Dies wurde von den Aktiven und der Fachpresse mehrmals lobend heraus gestellt. „In diesem Jahr beginnen wir schon am Freitag“, so Gisch, „damit können wir den Fans die beliebten Powermoon-Nachtrennen einen Abend länger bieten.“ Gerade diese Nachtrennen bei künstlicher Beleuchtung wurden begeistert aufgenommen. Alle Teilnehmer und Zuschauer dürfen mal wieder gespannt sein und sich auf ein Riesenspektakel freuen. Der Verkauf läuft vom 19. April bis 12. Mai an den bekannten Vorverkaufsstellen Globus, Alpha Tecc, Buchhandlung Klein, ADAC Saarland, Hein Gericke Shop Saarbrücken und Trier, Bodo Schmidt, Schmelz und Quadzentrum Sackstetter Saarlouis. Für Schnäppchenjäger unter den Fans des Motorradsports mit den spektakulären Off-road-Teilen gibt es nur im Vorverkauf eine Wochenendkarte von Freitag bis Sonntag inklusive ein Getränk zum Superpreis von 16 oder zwölf Euro für Jugendliche. red
Presseartikel der SZ v. 15.04.04

Weitere Infos erhalten Sie unter:
www.supermoto-saarland.de
www.moma-event.de


ADAC Supermoto bei Tag und Nacht

Über 20 000 Zuschauer kamen im vergangenen Herbst zum Lauf der Internationalen Deutschen Supermoto Meisterschaft nach St. Wendel. Mit mehr Programm und mehr Sport wollen die Veranstalter den Erfolg des Vorjahres von Freitag, 14. Mai, bis Sonntag, 16. Mai 2004, noch übertreffen.

In diesem Jahr wächst die Supermoto um einen Tag. Bereits am Freitag ab 19 Uhr gibt es die ersten Trainingsläufe. Bis 23 Uhr kann sich die internationale Elite mit dem Deutschen Meister Jürgen Künzel und dem Europameister Bernd Hiemer an der Spitze mit der Strecke im Wendelinuspark vertraut machen u und mit den Lichtverhältnissen. "Wie im vergangenen Jahr werden wir wieder die Powermoon-Lichtballons powered bei energis im Einsatz haben, um Freitag und Samstag bis in die Abendstunden fahren zu können", berichtet Juppi Brill, Chef des Organisationsteams.

Supermoto in St. Wendel ist aber mehr als nur Motorradsport. Das ist Livestyle, Spass und Unterhaltung. Die Gastronomiebereiche werden im Vergleich zum letzten Jahr weiter verbessert, das große Festzelt allein ist um die Hälfte größer geworden. Mehr Rennen, mehr Programm und das bei stabilen Preisen. So kostet die Tageskarte freitags fünf Euro für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren, Erwachsene zahlen sieben Euro. Samstags und Sonntags kosten die Karten dann sieben bzw. zehn Euro. Wochenendtickets werden 15 Euro für Jugendliche und 19 Euro für Erwachsene kosten. Kinder unter zwölf Jahren haben ohnehin freien Eintritt. Im Vorverkauf gibt es sogar ein besonderes Schnäppchen: Neben dem ohnehin günstigeren Preis gibt es noch ein kostenloses Getränk im Festzelt.

Gut 20.000 Zuschauer wurden im 2003 an zwei Tagen Supermoto gezählt. Eine Zahl die man dieses Jahr übertreffen will.

St. Wendel hat den Superstar
Heißer Ritt durchs Gelände Die Karriere von Jürgen Künzel hatte gerade erst begonnen, da schien sie auch schon beendet zu sein. In seinem ersten Supermoto-Rennen Ende 1995 erwischte es ihn ganz übel: Kreuzband, Meniskus und Innenband waren dahin. Er ist seiner Leidenschaft aber treu geblieben - und jetzt seit zwei Jahren Profi. Jürgen Künzel aus Heidenheim ist der zurzeit beste Supermoto-Pilot der Welt und der große Favorit im Wendelinuspark Von THOMAS SCHÄFER
St. Wendel. Das Hobby zum Beruf machen - wer träumt davon nicht? Wenn's aber doch bloß nicht so furchtbar schwierig wäre. Als leidenschaftlicher Fußballer oder Tennisspieler hat man ja mitunter eine kleine Chance, sich diesen Traum mit viel Glück und noch mehr Geschick zu erfüllen. Aber was soll man tun, wenn es in der geliebten Sportart noch überhaupt keine deutschen Profis gibt?
Mit Blick auf Jürgen Künzel und seine Obsession Supermoto lässt sich diese Frage so beantworten: Man muss neue Wege gehen. Man muss Maßstäbe setzen. Jürgen Künzel hat es geschafft: "Vor zwei Jahren habe ich nach reiflicher Überlegung entschieden, meinen Job als Schlosser aufzugeben und mein Geld als Supermoto-Profi zu verdienen." Es war ein riskanter Entschluss, aber Künzel hat ihn bislang keine Sekunde bereut: "Man wird nicht reich, doch ich kann gut davon leben." Und vor allem kann der 28-jährige Schwabe jetzt jeden Tag das machen, was er so unheimlich gerne macht: Schnell Motorrad fahren. Verdammt schnell. Schneller als jeder andere seiner rasanten Disziplin, die Asphalt und Off-Road so glänzend verbindet. Künzel ist der aktuell beste Supermoto-Fahrer des Planeten. Das ist schnell daher gesagt, so wie man sagen könnte, dass Ronaldo der beste Fußballer der Welt ist. Bei Jürgen Künzel lässt sich das ruhmreiche Urteil aber eindeutig belegen. Man muss nur in die Siegerlisten der bisherigen Saison blicken. Und welcher Name steht da ganz oben in der Gesamtwertung der Supermoto-WM? Vor dem Franzosen Boris Chambon und vor dem Belgier Eddy Seel? Natürlich Jürgen Künzel. Vier Rennen lang muss er seine Führung noch behaupten. Falls er es schafft, kann er sich nach der allerletzten Zieldurchfahrt im arabischen Scheichtum Dubai am 14. Dezember Supermoto-Weltmeister nennen. So ganz glaubt Künzel jedoch noch nicht an den großen Coup: "Ich bin nur 13 Punkte vor - ein Fehler, und die sind weg. Es kann noch so viel passieren."
Es versteht sich fast von selbst, dass Künzel auch die Gesamtwertung der Internationalen Deutschen Supermoto-Meisterschaft anführt; jenen Wettbewerb, der am Wochenende die Zuschauer in St. Wendel in den Bann ziehen wird. 28 Punkte Vorsprung hat er hier vor Bernd Hiemer, einem erst 20 Jahre alten Allgäuer, der vor zwei Monaten als zweiter Deutscher den Wechsel ins Profi-Lager gewagt hat. "Bernd wird seinen Weg machen", sagt Künzel über Hiemer, dem er in der Zukunft einiges zutraut. Die Gegenwart, also besonders das Rennen in St. Wendel, möchte Künzel jedoch tunlichst selbst bestimmen. Zwei Plätze auf dem Podium hat er im Wendalinuspark fest eingeplant. Vielleicht reicht es dann ja schon für die erfolgreiche Titelverteidigung: "Das wäre mir natürlich am liebsten." Etwas Sorgen bereitet ihm das Wetter: "Das soll ja am Wochenende nicht so optimal werden. Und wenn's regnet, ist Supermoto eine noch größere Lotterie als auf trockener Piste." Weil das so ist, bereitet er sich lieber in südlicheren Gefilden vor. Am Donnerstag testet Künzel zum Beispiel noch in der Nähe von Mailand. Es wird nach St. Wendel (wo er am Montag zur Pressekonferenz war), Heidenheim (wo er wohnt) und Mattighofen in Österreich (wo sein Team KTM beheimatet ist) der vierte Reisestopp innerhalb von vier Tagen sein. Auch das gehört zum Leben eines Profi-Sportlers.
Presseartikel der SZ vom 24.09.03
Ein Vollgas-Leben auf zwei heißen Rädern
Immer am Limit Dirk Spaniol aus Hüttigweiler (Nummer 17) will am Wochenende beim "Heimrennen" im Wendalinuspark ganz weit vorne landen. Damit das klappt, sollten alle saarländischen Fans die Daumen drücken. Denn nach einem schweren Sturz im vergangenen Jahr, fährt der 34-Jährige seiner Form noch ein wenig hinterher. Auf jeden Fall die Daumen drücken wird Freundin Katja, die ihren Dirk bei seinem Hobby unterstützt: "Sie steht voll hinter mir."
Der 34 Jahre alte Dirk Spaniol aus Hüttigweiler ist einer von zwei saarländischen Fahrern in der Internationalen Deutschen Supermoto-Meisterschaft Von THOMAS SCHÄFER
Hirzweiler. Pokale. Überall Pokale. Pokale wohin das Auge blickt. Mehr als 100 sind es locker. Pokale in allen Größen, Farben und Formen. So sieht's aus im Büro von Dirk Spaniol. Am Ortseingang von Hirzweiler steht der Suzuki-Laden des selbständigen Zweiradmechanikers. Motorräder in allen Größen, Farben und Formen sind seine Leidenschaft. Besser: Motorräder sind sein Leben. Mit 13 Jahren hat der heute 34-Jährige zum ersten Mal auf einer Cross-Maschine gesessen. Seither hat er Tage, Wochen, vielleicht Monate auf irgendwelchen "Feuerstühlen" verbracht - was die ganzen Pokale erklärt.
Die meisten Trophäen hat er tatsächlich beim Motocross gesammelt, erst 1995 entdeckte der eine auf den ersten Blick merkwürdige Sportart mit Namen Supermoto. "In Hülzweiler wurde damals ein Lauf veranstaltet. Da habe ich meine Maschine ein bisschen umgebaut und bin einfach mal mitgefahren. Ich schaffte gleich Platz neun. Es hat tierisch Spaß gemacht, und ich war sofort mit dem Supermoto-Virus infiziert." Ziemlich bald entschied er deshalb, sich auf diese Misch-Disziplin (75 Prozent Straße, 25 Prozent Off-Road) zu spezialisieren: "Ich betreibe meinen Sport ernsthaft - aber nicht verbissen." Seit 1996 fährt der Mann aus Hüttigweiler in der Klasse Prestige der Internationalen Deutschen Supermoto-Meisterschaft. In dieser Klasse sind die absoluten Könner am Werk, was sie am Wochenende in St. Wendel sicher wieder beweisen werden. Gut 40 Fahrer bilden diesen erlauchten Kreis, neben Dirk Spaniol gehört auch der Saarländer Manuel Boudier aus Urexweiler dazu. Um in der Prestige-Klasse bestehen zu können, braucht man neben viel Talent auch viel Geld. Richtig viel Geld. Stolze 100000 Euro kostet mittlerweile eine Saison. "Komplett, mit allem, was dazu gehört. Essen, Schlafen, zwei Motorräder, Benzin, Reifen, Lederkombi und, und, und", erklärt Dirk Spaniol. Ohne Sponsoren könnte er diesen Aufwand nicht bewältigen: "Alles Technische kommt von Suzuki, außerdem unterstützt mich die Firma Schäfer-Motorsport aus Altforweiler." Und natürlich schraubt Dirk selbst fleißig an seiner DRZ 400 (58 PS, 118 Kilo), aus der er Woche für Woche noch ein paar Prozent mehr rauszuquetschen versucht. Sei's nun in seiner Werkstatt oder auf der Piste. "Ich muss immer am Limit fahren, sonst habe ich gegen die stärkeren Maschinen der Konkurrenz keine Chance."
Im vergangenen Jahr ist ihm dieses Dilemma zum Verhängnis geworden. Beim dritten Saisonlauf im thüringischen Schleiz schepperte es gewaltig. Spaniol kam fast noch glimpflich davon: komplizierter Bruch der rechten Hand, vier Rippenbrüche, überall blaue Flecken. Noch immer hat er mit den Folgen dieser Verletzungen zu kämpfen: "Es läuft zwar von Veranstaltung zu Veranstaltung besser, aber ich hänge ein bisschen hinterher." Vielleicht kann er am Sonntag im Wendelinuspark ja wieder weiter vorne mitmischen. "Die Strecke ist mehr was für Techniker, kein Vollgas-Kurs wie zum Beispiel in Großenhain. Das ist sicher ein Vorteil für mich." Ob's gleich für einen einen dritten Platz wie 2002 in Schaafheim reicht, ist aber eher fraglich. Aufs Podium der Internationalen Deutschen Supermoto-Meisterschaft will er jedoch unbedingt irgendwann noch einmal. Schließlich ist der Pokal von Schaafheim jener Pokal seiner riesigen Sammlung, der ihm am meisten bedeutet.
Presseartikel der Saarbrücker Zeitung vom 24.09.03
Rollski Wendelinuscup
Russe auf Rollskiern Igor Glouchkov siegte beim Wendelinus-Cup im Rollski-Laufen und will im nächsten Jahr unbedingt wieder kommen. St. Wendel (pver). Der Wendelinus-Cup im Rollski-Laufen ist an den schnellen Russen Igor Gluchkov gegangen. Er hatte nicht nur bei der Altersklasse A1 der Herren, das sind die Jahrgänge 68 bis 71, die Nase vorn, sondern gab auch beim Prolog ein gutes Bild ab, wurde bei Sprint gar Zweiter. Leonid Golubkov, Team-Kapitän des russischen Rollski-Teams ist stolz auf seinen Mannschaftskameraden. "Wir sind hier sehr gut klargekommen", betont Golubkov, "und freuen uns schon darauf im nächsten Jahr wiederzukommen." Mit der Organisation der Rennveranstaltung sind die Sportler zufrieden. "Schade nur, dass es in direkter Nähe der Rennstrecke keine Duschen gab."
Die russischen Sportler seien es gewöhnt bei extremen Sommertemperaturen zu trainieren. Allerdings müsste reine Rollski-Läufer im Winter auf Langlaufbretter umsteigen. Glouchkov: "Bei uns hält sich der Schnee sehr lange, so haben wir dann auch eher Probleme auf den Rollen zu trainieren." Es habe sich gelohnt, die 3000 Kilometer nach St. Wendel zu kommen. Für das schwedische Team hat Team-Captain Johan Ericson mit der "Saarbrücker Zeitung" gesprochen. Auch in Skandinavien sei Rollersport eher die Randsportart, da man dort immer genügend Schnee für Skilanglauf habe. "Das ist eher was für Gegenden wie hier", meint Ericson. In einem sind sich Russen und Schweden einig: "Die St. Wendeler Strecke ist für Spitzenfahrer machbar, trotz der gefährlichen Stellen."
Im vergangenen Jahr Gewinner des Wendelinus Cups war der Thüringer Dirk Grimm in diesem Jahr immer noch bester Läufer der Klasse "Herren allgemein". Grimm war für das extreme Wetter in St. Wendel eine eigene Strategie gefahren: "Kein schnelles Tempo einschlagen um Druck zu machen, der Angrif kam erst in der letzten Runde." So habe man sich im Sechser-Pulk gegenseitig im Windschatten des Vordermannes erholen können. Grimm: "Die Hitze hat alle Sportler sehr schnell mürbe gemacht." Nun hat Grimm seine Abschiedsparty gegeben, will für ein Jahr zum Auslandsstudium in die USA. "Dort werde ich für die Universität Langlauf fahren", freut sich Grimm auf das kommende Studienjahr. "Hoffentlich bin ich dann bis zur WM in St. Wendel wieder zurück." Die Strecke müsse zwar in einigen Kurven noch entschäft werden und die Veranstalter sollten noch etwas tun, um Zuschauer anzulocken. Leider seien in Deutschland für Rollskilaufen nur schwer Sponsoren zu finden. "Da müssen die Veranstalter im nächsten Jahr ein richtiges Volksfest draus machen."
Ergebnisse: Wendelinus-Cup Herren: 1. Platz Igor Glouchkov aus Russland, 2. Platz Sebastian Backlund aus Schweden und 3. Otto Guthardt vom SC Meißner. Wendelinus-Cup Damen: 1. Isabel Klaus vom AMSV Geyer, Deutschland, 2. Marina Firsova aus Russland, 3. Platz Nathalie Rissema Niederlande und Ilka Ostermeier-Neumann vom SC Stadthagen.Wendelinus-Sprint Herren: 1. Dirk Klessen vom WSV Oberhof, 2. Igor Glouchov aus Russland, 3. Alberto Pertile aus Italien. Wendelinus-Sprint Damen: 1. Ilka Ostermeier-Neumann, Deutschland 2. Marina Firsova aus Russland, 3. Isabel Klaus vom AMSV Geyer. Ergebnisse Wendelinus-Cup: männliche Jugend 16: 1. Julian Kimpel vom SC Lanzenhain, 2. Sebastian Bech vom SSV Geyer, 3. Chris Blaume vom SC Stadthagen. weibliche Jugend 16: 1. Marie Mewes vom WSV Lobenstein, 2. Kirsti Reickhoff vom TSV Grebenhain. männliche Jugend 17 bis 18: 1. Sebastian Backlund aus Schweden, 2. Marits Hofman vom Nationalteam der Niederlande, 3. Desmond Verboort von der Niederländischen Ski-Vereinigung. weibliche Jugend 17 bis 18: 1. Nathalie Rissema vom Nationalteam der Niederlande, 2. Julia Müller vom SC Lanzenhain, 3. Verena Riesen vom SC Altenau. Junioren: 1. Björn Andersson aus Schweden, 2. Martin Ewaldsson aus Schweden, 3. Janis Sukaruks vom Liauischen Ski-Verband. Juniorinnen: 1. Conny Lohse vom SG Klotzsche, 2. Angela Hettricht vom SG Klotzsche, 3. Carina Gillessen vom TUWI Adenau. Herren allgemein: 1. Dirk Grimm vom WSV Lobenstein, 2. Thomas Hebsgaard aus Dänemark und 3. Sune Thomsen aus Dänemark. Frauen allgemein: 1. Isabel Klaus vom AMSV Geyer, 2. Marina Fisova aus Russland, 3. Elsbeth Straub von der Niederländischen Nationalmannschaft. Herren A1: 1. Igor Glouchkov aus Russland, 2. Mirco Collavo aus Gatto delle Nevi in Italien, 3. Kai-Uwe Reißig vom SC Norweger Annaberg. Herren A2: 1. Andreas Hachmann vom SC Siedlinghausen, 2. Leonid Golubkov aus Russland. Herren A3: 1. Nikolai Barkalov aus Russland, 2. Heinrich Hau vom SC Lanzenhain, 3. Jos Verest von Stichts Langlauf Team. Herren A4: 1. Ulrich Kraft vom SC Lanzenhain, 2. Herman Hofs vom SV Luetzel. Herren A5: 1. Uwe Riesen vom SC Altenau und Dietmar Kühne vom SV Luetzel, 3. Bernhard Döring vom SC Kelkheim. Herren A6: 1. Albert Cool vom Niederländischen Ski-Verband, 2. Frans Thevis vom SV Luetzel, 3. Jürgen Rademacher vom SC Bad Grund. Herren A7: 1. Lothar Trosky vom SC Stadthagen, 2. Gerhard Haspel vom SC Kempten. Herren A8: 1. Otto Guthardt vom SC Meißner, 2. Hans Hedrich vom TSV Grebenhain, 3. Wolfram Gunter vom SW Nordsaar Stennweiler.
Presseartikel der Saarbrücker Zeitung vom 06.08.2003
Neuer Parkplatz an der B 269
Neuer Parkplatz an der B 269 mit 220 Plätzen
St. Wendel (np). Nach einer Bauzeit von nur acht Monaten steht ab sofort den Benutzern des beliebten Freizeitweges im Wendelinuspark der an der B269 gelegene großzügig angelegte neue Parkplatz zur Verfügung, darauf weist Bürgermeister Klaus Bouillon jetzt hin. Insgesamt 220 öffentliche Pkw-Stellplätze, Stellplätze für Reisebusse und sogar 22 Wohnmobilstellplätze mit Ver- und Entsorgungsstationen wurden mit einem Investitionsvolumen von rund 950000 Euro hier angelegt. Mit der Bepflanzung wird bis in den Herbst gewartet.
Die Bauinvestitionen wurden von der EU aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie vom Land mit einer Förderquote von insgesamt 70 Prozent gefördert. Der neue Parkplatz im Konversionsgelände sei ein weiteres wichtiges Element zur Entwicklung eines Sport-, Freizeit- und Tourismusparkes und erleichtere die Durchführung von überregional bedeutsamen und für die touristische Entwicklung unerlässlichen Sportveranstaltungen.
Presseartikel der Saarbrücker Zeitung vom 05.08.2003
Sengende Sonne sabotiert
Erwünschte Abkühlung Temperaturen weit über 30 Grad und die sengende Sonne machten den Sportlern zu schaffen. Da war eine kühle Erfrischung, wie sie auf unserem Foto Herman Hofs zuteil wird, heiß begehrt. FOTO: ATB
Rollski Wendelinuscup - Gelungene Generalprobe für die Weltmeisterschaft 2004
St. Wendel (pver). Rollski auf dem Wendelinus-Rundweg. Zum zweiten Mal war der Freizeitrundweg Austragungsort für einen Rollski-Wettkampf. In diesem Jahr sogar als Generalprobe für ein internationales Großereignis: "Wir werden 2004 die Weltmeisterschaft im Rollskilaufen in St. Wendel austragen", freute sich Bürgermeister Klaus Bouillon über den Erfolg der Strecke und der Veranstaltung.
Skiclub Stennweiler war Mitausrichter
Zusammen mit dem Skiclub Stennweiler hatte die Stadt St. Wendel den Wendelinuscup ausgerichtet. Ein Budget von etwa 10000 Euro musste da reichen. So kam es dann auch vor, dass der Verwaltungschef selbst hinter dem Zapfhahn stand und durstige Sportler und Zuschauer mit kühlem Getränk versorgte.
Zum diesjährigen Zweiten St. Wendeler Wendelinuscup im Rollski hatten sich 112 Sportler aus Deutschland und vielen europäischen Nachbarländern gemeldet. Die zahlenmäßig stärksten Mannschaften stellten Russland mit 18 Sportlern im Wettbewerb der erwachsenen und drei Jugendlichen und die Niederlande mit 11 Sportlern der niederländischen Nationalmannschaft und einem Jugendlichen. Dazu kamen noch einige Sportler von verschiedenen Niederländischen Skiclubs. Auch aus Schweden, Norwegen, Polen, Dänemark, Litauen, Italien und Ungarn sind die Teilnehmer für den Wendelinuscup gekommen. Im so genannten Prolog wurden die Plätze für die späteren Rennen erfahren. Wer hier die schnellste Runde auf dem etwas mehr als fünf Kilometer langen Rundweg hinlegte, konnten auch bei dem späteren Jagdrennen vorneweg fahren.
Fast 40 Grad Hitze, der Asphalt des Freizeitrundweges, Rollen und Stöcke der Skisportler - alles glühend heiß. Die Sportler, die sich sonst im eng anliegenden Renndress auf den Weg machten, empfanden schon den Latz mit den Startnummern als Belastung. Den Nummern-Latz trugen sie deshalb auch gleich auf dem nackten Oberkörper. So ging es auch in das erste offizielle Rennen, den Prolog. Hier hatte Dirk Grimm aus Lobenstein als erster Starter gleich eine Vorgabe von 9.37 Minuten aufgestellt. Der Läufer war damit etwas langsamer als im Vorjahr.
Große Aufmerksamkeit legten die Verantwortlichen des internationalen Rollski-Komitees auf Strecke und Renn-Organisation. Gijsbregt Brouwer, Vizepräsident des Verbandes und Renndirektor der internationalen Wettkämpfe hatte sich die St. Wendeler Strecke genau angeschaut. "Die Strecke hat WM-Niveau", bestätigt der Funktionär der "Saarbrücker Zeitung". Er sei die Strecke selbst gefahren, das Gelände biete mit Steigungen und Abfahrten einige Herausforderungen. Brouwer: "Bei den langen Abfahrten erreichen die Sportler Spitzengeschwindigkeiten von 50 bis 60 Kilometer in der Stunde." Einige junge Fahrer der niederländischen Mannschaft hatten die Doppelkurve nach den Munitionsbunkern unterschätzt, konnten einen Sturz auf den geschotterten Wegesrand nicht verhindern. Außer einigen Abschürfungen und Prellungen gab es glücklicherweise keine ernsthaften Verletzungen.
Die Strecke hat WM-Niveau
"Sie haben sich beklagt, die Kurve sei ungünstig angekündigt worden", meint Brouwer, "bei der Inspektion der Strecke ist mir dieser Bereich gar nicht so gefährlich erschienen." So müsse man bei der Streckensicherung nachlegen und hier noch ein paar zusätzliche Warnschilder aufstellen. Die jungen Niederländer hatten auch mit der Hitze zu kämpfen. Nicht nur, dass die sengende Sonne jeden Tropfen Schweiß aus den athletischen Körpern herausgepresst hatte, auch die Spitzen der Skistöcke hatten unter der Hitze zu leiden. Die Plastikhalterung für die Stahlspitzen wurde weich, die Spitzen legten sich rum und wurden dadurch fast unbrauchbar. Aus dem sächsischen Sayda im Erzgebirge war Markus Erler nach St. Wendel gekommen. Der 15-jährige hat sich die Wendelinusrunde schon unter die Rollbretter genommen. "Strecke und Rollen werden richtig heiß und dadurch langsam", hatte Erler festgestellt. Für ihn bedeute das allerdings einen Vorteil. Er habe als ehemaliger Schwimmer sehr viel Kraft und Ausdauer, ein großes Lungenvolumen. "Mir kommt die langsame Strecke dadurch entgegen, da kann ich meine Kraft besser ausspielen." Für ihn sei Rollski eine gute Übung bis der Schnee wieder da ist. Für jugendliche Läufer war eine Strecke von etwa 2,13 Kilometern vorgesehen worden. "Da muss ich dann vier Runden laufen, also etwa achteinhalb Kilometer", rechnet der Nachwuchsläufer, "da wäre ich ja lieber die lange Fünfkilometer-Strecke zwei Mal gelaufen." Doch werde er ohnehin nicht beim Skilanglauf oder Rollski-Fahren bleiben. Biathlon ist sein Ziel.
Nicht nur junge Rollskiläufer waren in St. Wendel am Start. In der Kategorie Herren A8 waren einige Rollski-Senioren gestartet. Zwei davon sind Otto Guthardt vom Ski-Club Meißner und Hans Hedrich vom TSV Grebenhain. Sie hatten sich auch auf den Weg um den Wendelinuspark gemacht. "Ich bin bereits 1969 Rollski gelaufen", erklärt Guthardt. Damals seien die Rollski noch mit Ballonreifen, Bremse und Rücklaufsperre ausgestattet gewesen. Nun habe man das Material, um richtig schnelle Rennen laufen zu können. Wenn die Sonne den Vorwärtsdrang nicht bremst.
Presseartikel der Saarbrücker Zeitung vom 04.08.03
Das fette Klatschen der Sohlen
Der Meister der Rollerfahrer Das ist Hannu Vierikko aus Finnland, der Erfinder des wohl besten Tretrollers der Welt namens "Kickbike" und Sieger des Europacup-Rennens in St. Wendel. Der stämmige Nordländer setzte sich in einem begeisternden Schlussspurt durch und verlangte im Ziel als Erstes ein deutsches Bier. Tretrollerfahrer haben idealerweise kräftige Oberschenkel. Stand- und Schubbein werden nach drei bis vier Tritten gewechselt. FOTO: ATB
Die europäische Elite der Tretrollerfahrer ermittelte am Wochenende im St. Wendeler Wendelinuspark ihre Besten
St. Wendel (mic). Der Wille zum Sieg war in ihren Gesichtern zu lesen. Auf der Zielgerade des Zehnkilometer-Rennens lieferten sich der Finne Hannu Vierikko und der Amerikaner Richard van Camp mit ihren Tretrollern ein verbissenes Kopf-an-Kopf-Rennen. Sie waren zwei von siebzehn Startern, die am Wochenende zum Tretroller-Rennen in den Wendelinuspark nach St. Wendel gekommen waren. Zum ersten Mal ging es in dieser relativ neuen Trendsportart in Deutschland um Eurocup-Punkte. Außerdem gab es deutsche Meister-Ehren zu erringen.
Am späten Sonntagmorgen stellten sich die Fahrer mit ihren Tretrollern an der Startlinie auf. In der ersten Reihe standen die Favoriten: drei Finnen, unter ihnen Hannu Vierikko sowie der Amerikaner und "Wahlfinne" Richard van Camp. Die Zeitnehmerin Margret Maue trat aus dem Zelt bei Start und Ziel und schlug laut die Startklappe. Unverzüglich ging das Feld ab. An die Spitze setzten sich gleich die Favoriten. Mit einem Bein machten sie weit ausholend Tempo. Auf den flachen Stücken wurde idealerweise nach drei bis vier Tritten das Bein gewechselt, wobei das Standbein die größere Belastung zu tragen hat.
An den Anstiegen mussten die Rollerfahrer mit hoher Frequenz treten. Auf den Abfahrten machten sich die Rennpiloten ganz klein. So erreichten sie mit ihren Rollern Geschwindigkeiten bis 65 Kilometer in der Stunde.
Bei jedem Treten auf den Asphalt klatschten fett die Sohlen. Die Fahrer im Spitzenfeld vertrauten auf Spezialschuhe. Sie hatten die Spikes-Sohlen von Leichtathletikschuhen entfernt und die Sohlen von Wanderschuhen an deren Stelle geklebt. Die Fahrer auf den hinteren Plätzen fuhren mit handelsüblichen Turnschuhen. Die Idee, den Tretroller neu zu gestalten, hatte Hannu Vierikko 1992. Eigentlich wollte er nur ein Trainingsgerät entwickeln, damit er auch im Sommer für die Tretschlitten-Rennen trainieren konnte.
Viele Tretrollerfahrer waren beim Rennen in St. Wendel auf Vierikkos "Kickbike" unterwegs. Tschechische Rennrollerpiloten fuhren Tretroller Marke "Eigenbau", die jetzt aber auch in Serie gehen sollen. Neben Tschechen, Finnen, einem Amerikaner und Deutschen waren auch Holländer und Schweizer in St. Wendel am Start. Das Zehnkilometerrennen entwickelte sich aber immer mehr zu einem Zweikampf zwischen "Mr. Kickbike" Vierikko und dem hoch aufgeschossenen van Camp. Letztlich setzte sich der stämmige Finne dank seines fulminanten Schlussspurtes durch. Hinter der Ziellinie warf er sich ins Gras. Er hatte sich voll verausgabt. Um Atem ringend rief er wenig später auf Englisch: "Wo ist das Bier?" Neuer deutscher Tretrollermeister ist Wolfgang Seibel aus Hauenstein. Deutsche Meisterin wurde Andrea Hammer aus Oberammergau.
Presseartikel der Saarbrücker Zeitung vom 16.06.03
Funsportfest
Große Fun-Sport Party im Wendelinuspark am 4. Juli 2003 Im Vorfeld zum Saarland Tag geht es im ehemaligen Konversionsgelände in St. Wendel sportlich zu Unter dem Motto " Das Land erleben. Die Regionen entdecken" ist es erklärtes Ziel des diesjährigen Saarland Tages in St. Wendel, vom 5. bis 7. September, den Saarländern Lust auf ihr Bundesland zu machen. Dazu gehört auch, Ihnen touristische- und Freizeitattraktionen näher zu bringen. Um die Saarländerinnen und Saarländer auf das Großereignis einzustimmen steigt am 4. Juli im Wendelinuspark eine große Aktiv- und Fun-Sport Party. Ab 16 Uhr bietet das ehemalige Konversionsgelände ein buntes Programm für alle Bürgerinnen und Bürger auf den neu entstandenen und zum Teil im Entstehen befindlichen Sport- und Freizeitanlagen: Angeboten werden um 17 und 18 Uhr kostenlose Schnupperkurse im Bereich Nordic Walking auf dem Freizeit-Rundweg sowie Lauftreffs für jede Könnensstufe, also auch für alle, die schon immer einmal die Laufschuhe anziehen wollten. Außerdem kann wer will, die Inline-Skates anschnallen und bremsen, fallen, fahren lernen. Eine Ausrüstung kann vor Ort ebenfalls kostenlos gegen Vorlage eines Personalausweises geliehen werden. Für Könner startet gegen 20 Uhr eine große Skate Parade am Globusparkplatz, die gegen 22 Uhr wieder am Wendelinuspark sein wird. Besonderes BonBon für Fortgeschrittene: Nightskaten ab 22 Uhr auf dem dann beleuchteten Freizeitrundweg. Wer nicht selbst aktiv werden will, kann sich Tretroller- und Trialbike-Vorführungen anschauen oder die Springmäuse beim Rope-Skipping (artistisches Seilspringen) auf einer der Bühnen im Partybereich bestaunen und dazu Essen und Trinken genießen. Ab 20 Uhr heizt dann die Band "Varus" den Besuchern mit Party-Rock so richtig ein. Ein besonderes sportliches Ereignis findet während der ganzen Zeit und bis in den Nachmittag des Samstag hinein statt: der 24 Stunden Spinning Weltrekord-Versuch, organisiert von der Robinson WellFit, die im September im Wendelinuspark ihre Pforten für Sport- und Wellnessbegeisterte öffnet. Noch sind Plätze frei, wer mitstrampeln will beim Weltrekordversuch kann sich immer noch anmelden bei: Robinson WellFit Tel.: 06851/979850
Parkplatzbau
Presseveröffentlichung der Saarbrücker Zeitung vom 01./02. März 2003
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