Der Arbeitsmarkt
Die wenigen Arbeitsmarktstatistiken auf Kreisebene, die den Anforderungen nach Aktualität genügen und im folgenden Bericht Verwendung finden, sind die amtlichen Berichte des Landesamtes für Statistik, sowie die Arbeitsmarktberichte des Arbeitsamtes Neunkirchen.

Bei der Einschätzung der Beschäftigung ist zu beachten, dass in den amtlichen Statistiken und auch in der vorliegenden Beschreibung ausschließlich sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nachgewiesen werden. Beamte, Selbständige, mithelfende Familienangehörige und geringfügig Beschäftigte bleiben unberücksichtigt. Auch muss beachtet werden, dass die Beschäftigten immer am Ort der Beschäftigung erfasst werden, die Arbeitslosen jedoch an ihrem Wohnort.

Im Kreis St. Wendel steht ein ausreichendes Potential an Arbeitskräften zur Verfügung. Damit ist der regionale Arbeitsmarkt in der Lage, auch größeren Anforderungen ansiedlungswilliger oder expandierender Unternehmen zu entsprechen. Qualifizierte Mitarbeiter sind hier leichter zu finden, als in überlasteten Ballungsräumen. Auch eine relativ niedrige Frauenerwerbsquote von etwa 35% unter den mehr als 40.000 Erwerbspersonen bietet für entsprechende Nachfragen genügend Möglichkeiten.

Die Tatsache, dass die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze die Zahl der verlorengegangenen Arbeitsplätze durch die Krise im Montanbereich und der Rüstungsindustrie mehr als kompensieren konnte, zeigt, wie wichtig und erfolgreich die Weichenstellungen der Vergangenheit waren.
Eine der mit dem geringsten zeitlichen Abstand zur Verfügung stehende Kennziffer der sozio-ökonomischen Lage ist die Arbeitslosenquote. Im Vergleich zu den anderen saarländischen Landkreisen und dem Stadtverband Saarbrücken liegt die Quote im Kreis St. Wendel seit Jahren auf einem niedrigen Niveau.
Auch der Vergleich mit den rheinland-pfälzischen Nachbarkreisen Kusel und Birkenfeld bestätigt diesen günstigen Verlauf.


Die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten seit 1987 ist geprägt durch einen kontinuierlichen Anstieg der Beschäftigungsverhältnisse bis 1995, während im übrigen Saarland im gleichen Zeitraum eine Stagnation oder sogar ein Rückgang zu verzeichnen waren. Trotz der Umstrukturierungen im Bereich der Rüstungsindustrie, von denen der Landkreis St. Wendel besonders stark betroffen war, kam es ab dem Jahr 1998 wieder zu einer deutlichen Zunahme der Beschäftigungsverhältnisse. Wie Abbildung 9 verdeutlicht, stieg dabei der Anteil der weiblichen Beschäftigten kontinuierlich.
Mit einer Steigerung um 14,8 % in den letzten 10 Jahren verzeichnet der Landkreis St. Wendel landesweit den stärksten Zuwachs bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen.

Die Verteilung der Beschäftigten auf die einzelnen Wirtschaftsabteilungen zeigt, dass das Verarbeitende Gewerbe (Handwerk und Industrie) für die Beschäftigung noch immer vor den Dienstleistungen und dem Handel die größte Bedeutung besitzt. Die ehemals bedeutende Landwirtschaft spielt beschäftigungspolitisch keine Rolle mehr.

Die Beschäftigungsverteilung auf die unterschiedlichen Betriebsgrößenklassen ist sehr ausgeglichen und dokumentiert die fehlende Abhängigkeit der Beschäftigung im Kreis St. Wendel von wenigen Großunternehmen. Rund 75 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten in kleinen und mittleren Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten.

Trotz der gezeigten positiven Beschäftigungsentwicklung, reichen die wohnortnah zur Verfügung stehenden Arbeitsplätze nicht aus, um die Nachfrage zu befriedigen.
Bis auf die Kreisstadt St. Wendel mit einem Einpendlerüberschuss von 2.809 Personen, haben alle übrigen Gemeinden einen deutlichen Auspendlerüberschuss zu verzeichnen.
Bezogen auf die Bevölkerungszahl (Auspendler je 1.000 Einwohner) zeigt sich, dass der Wert der Berufsauspendler für Namborn mit 292, für Oberthal mit 262 und für Marpingen mit 259 am höchsten ist.

Der Landkreis St. Wendel verfügt über eine Vielzahl von Bildungseinrichtungen, wobei für eine positive Entwicklung des Arbeitsmarktes besonders die Einrichtungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung von Bedeutung sind. Neben den Berufsbildungszentren in St. Wendel und Nohfelden-Türkismühle bietet der Landkreis St. Wendel umfangreiche Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten.
   
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