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| Ein Wirtschaftsstandort mit Tradition |
Durch seine Lage am Rande der kohleführenden Schichten, dem Fehlen anderer wirtschaftlich bedeutender Bodenschätze und aufgrund seiner klimatischen Verhältnisse, war der Landkreis St. Wendel in weiten Teilen von einer landwirtschaftlichen Nutzung geprägt. Der Landwirtschaft nahestehende Handwerksberufe wie Schmied, Wagner oder Zimmerer gab es in allen größeren Dörfern. In St. Wendel als zentralem Ort mit Marktfunktion waren 6 Sammelzünfte ausgeprägt: Gerber, Schumacher, Karcher, Metzger, Schneider und Weber.
Daneben entwickelten sich in der Stadt St. Wendel schon früh gewerbliche Strukturen durch Tabakfabriken, Ziegeleien, Tonwarenfabriken, Dampfsägewerke, Steinbrüche und Bierbrauereien. Ergänzt wurde diese Wirtschaftsstruktur durch Kleinbetriebe zur Herstellung von Tafelsenf, Kaffeeröstereien und der Fabrikation von landwirtschaftlichen Geräten. Auch am Oberlauf der Prims entstand bereits im 16. Jahrhundert an mehreren Standorten eine vorindustrielle Form der Eisenverhüttung, die verschwand, als moderne Produktionstechniken die Verhüttung von Erzen bestimmten. Der Standort "Mariahütte" hat diese Entwicklung überdauert und ist heute noch immer ein bedeutender Produktionsort im Bereich der Metallverarbeitung.
Mit der wirtschaftlichen Rückgliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1959 musste auch der Landkreis St. Wendel den Anschluß an die bundesweite wirtschaftliche Entwicklung finden. Einen Rückschlag dieser Bemühungen brachte die Krise im Montanbereich zu Beginn der 70er Jahre. Zusätzlich hatte der ländliche Raum, besonders der Kreis St. Wendel, auch den Rückgang der Landwirtschaft und die Abwanderung der Arbeitskräfte in seinem ohnehin schon schwachen Grenzraum zu verkraften.
Vor diesem schwierigen Hintergrund wurden durch gemeinsame Anstrengungen des Landes und des Landkreises Maßnahmen initiiert, um die Infrastruktur durch eine gezielte und langfristig angelegte Wirtschaftsförderungspolitik zu verbessern.
Es gelang, in der Folgezeit eine Reihe großer, renommierter Betriebe mit zukunftsorientierten Technologien anzusiedeln, die zusammen mit einer vielfältigen mittelständischen Industrie und zahlreichen Handwerksbetrieben für ein ausgesprochen gutes Wirtschaftsklima sorgen.
Besonders die Erschließung von ausreichendem und kostengünstigem Ansiedlungsgelände trug nachhaltig dazu bei, dass sich kleine und mittelständische Unternehmen ausdehnen und sich zahlreiche Existenzgründungen - unterstützt durch eine intensive Beratung seitens des Landkreises - zu gesunden und leistungsfähigen Betrieben entwickeln konnten.
Mit dem Unternehmer- und Technologiezentrum haben Stadt und Landkreis St. Wendel eine Einrichtung geschaffen, die Existenzgründern und Jungunternehmern alle Möglichkeiten für einen erfolgreichen Start bietet. Zum Angebot gehören sowohl gewerbliche Immobilien mit individuellem Zuschnitt inklusive modernster Infrastruktur wie auch Beratung und Seminardienstleistungen.
Aus dem Landkreis St. Wendel gehen heute technologisch hochwertige Spitzenprodukte in alle Welt. Besondere Bedeutung haben die Fertigungsbereiche Medizintechnik, Metallverarbeitung, Maschinenbau, Lebensmittelherstellung und Elektronik.
Ein weiteres Strukturmerkmal ist das vielfältige Angebot an privaten und öffentlichen Dienstleistungen. Neben dem Fachhandel sind im Landkreis St. Wendel bedeutende Handels- und Einkaufszentren angesiedelt.Nach einem gelungenen Strukturwandel ist der Landkreis St. Wendel heute eine Wirtschaftsregion mit einer Mischstruktur: Dienstleistungen, gewerbliche Produktion, der Handel und ein expandierender Tourismussektor prägen das Wirtschaftsleben. Die ehemals weit verbreitete Landwirtschaft ist nur noch durch wenige Betriebe vertreten. Insgesamt kann nur noch von einer marginalen wirtschaftlichen Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft gesprochen werden, wobei sich dieser Trend weiter fortsetzen wird. Dies verkennt allerdings die große Bedeutung dieses Sektors für den Erhalt der Kulturlandschaft, die eine der Grundlagen für eine positive Entwicklung im Tourismusbereich darstellt.
Insgesamt ist die Wirtschaftsstruktur des Landkreises St. Wendel sehr ausgewogen, was mit dazu beiträgt, dass eine Krisenanfälligkeit wie in monostrukturierten Räumen fehlt. Dies zeigt sich nicht zuletzt in den vergleichsweise günstigen Arbeitsmarktzahlen.
Auch das verarbeitende Gewerbe besitzt eine ausgeglichene Struktur, bei der keine der Wirtschaftsgruppen bestimmend ist.
Besonders die Medizintechnik, der Elektronikbereich und der Maschinen- und Anlagenbau (Investitionsgüter) bieten aufgrund ihrer "Innovationsfreudigkeit" gute Zukunftsperspektiven.
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