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     Golfplatz/Golfclub St. Wendel
    Golfparkallee
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Statt rumhängen: Golf oder Billard

St. Wendel bietet Jugendlichen kostenlose Kurse
St. Wendel.
Die Stadt St. Wendel fördert gezielt Ausbildung und Training von Jugendlichen im Sportbereich. Damit will St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon die Heranwachsenden an eine sinnvolle Freizeitgestaltung heranführen und in ein funktionierendes soziales Umfeld einbinden.
So legten jetzt 20 Jugendliche ihre Platzreife im Wendelinusgolfclub ab, nachdem sie 30 Übungsstunden unter Anleitung eines professionellen Golflehrers absolviert haben, die vom Förderverein für Sport und Kultur finanziert wurden. Rund 30 Jugendliche waren in den kostenlosen Golfkurs gestartet.
Schon in der Planungsphase des Golfplatzes hat sich Bouillon dafür eingesetzt, dass der Golfsport eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung erfährt und vor allem auch Schulen und Jugendliche das Golfspielen hier kostenlos erlernen können. Mehrere Schulen führen im Bereich des öffentlichen Platzes bereits Golfprojekte durch. Motiviert durch den Erfolg des ersten Kurses plant Bouillon im nächsten Jahr einen weiteren kostenlosen Lehrgang für Jugendliche anzubieten, um die Lust am Golfspielen zu wecken und junge Talente zu entdecken.
Auch im Bereich von Tischtennis, Radsport und Billard unterstützt die Stadt aus Mitteln der Jugendförderung etablierte Vereine bei der Ausbildung des Nachwuchses und der Talentsichtung, in dem sie die Kosten für die Trainer übernimmt.
Beim Billard-Club St. Wendel werden die Jugendlichen von dem Bundesliga-Spieler Stefan Hirt und dem Nachwuchstalent Dominik Miller betreut. Der Club erhielt dafür in diesem Jahr einen Betrag von 2500 Euro. Miller wurde selbst beim von der Stadt geförderten Jugendtraining entdeckt und gibt heute sein Können weiter. Alle interessierten Jugendlichen können jederzeit zu den Trainingsstunden montags von 17 bis 18.30 Uhr im Billard Bistro Bogards kommen.
Presseartikel der SZ vom 26.09.05

Weiteres Teilstück eingeweiht

Schlag in die Zukunft: St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon (links) und Investor Hermann Weiland schlagen den goldenen Ball ab. Fotos: atb

Golfplatz-Gutachter
"Schon bald schwarze Zahlen"

Von SZ-Redakteur Axel Grysczyk
Falk Billion ist Gutachter für Golfanlagen. Bei der Einweihung des 18-Loch-Teilstücks in St. Wendel, gab er zu bedenken, dass die Anlage für Spieler über 65 Jahren zu schwer sei. Wie schätzt er ansonsten die Chancen der Anlage ein?

St. Wendel. Wieder ein Stück fertig. Am Samstag haben St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon und der Investor des St. Wendeler Golfplatzes Hermann Weiland ein weiteres Teilstück eingeweiht. Mit den jetzt zur Verfügung stehenden 18 Löchern ist es möglich, Turniergolf anzubieten. Weiland spricht von "neuen Impulsen" und Landrat Franz Josef Schumann "von neuen Touristen." Doch welche Chancen, welche Gefahren bietet der Golfplatz?

"Der St. Wendeler Golfplatz ist kein risikofreies Unternehmen", sagt Falk Billion. Der Münchner muss es wissen. Er ist Sachverständiger für die Wirtschaftlichkeitsbewertung von Golfanlagen, hat über 400 Golfplatz-Gutachten erstellt. Er ist auf Stippvisite am Samstag nach St. Wendel gekommen, bevor er diese Woche neue Golfanlagen vor Ort auf Rügen bewertet.

"Der Standort ist ein Nachteil. Das Saarland ist zu weit ab vom Schuss", erklärt Billion. Doch es gebe neben dem Standort zwei weitere entscheidende Faktoren beim Betreiben einer Golfanlage: das Produkt und das Management. "Und das ist in St. Wendel spitze", sagt er. "Mit Weiland ist hier eine unternehmerische Kompetenz, die für Qualität und schwarze Zahlen steht." Die Anlage sei von der Topographie einer der schönsten in Deutschland. Billion: "Normalerweise wird ein Golfplatz irgendwo vor den Toren einer Stadt in eine platte Wiese gebaut. Der hier passt sich stadtnah herrlich ins Gelände ein. Mit dem Baumbestand sieht es aus, als wäre die Anlage schon 20 Jahre alt."
Der Standort muss nicht nur ein Nachteil sein. Es gäbe eine vergleichbare Anlage in Lüneburg. In einer ähnlich strukturschwachen Region bietet die Anlage Schloss Lüdersburg auf einer zwei Mal 18-Loch-Anlage im Verbund mit anderen Anlagen seit 1985 pures Golf-Vergnügen. 35 Prozent der Gästespieler sind Skandinavier. Billion: "Das kann in St. Wendel mit den Franzosen gelingen. Auch die Saarländer sollten St. Wendel zu ihrer Hausanlage machen." Zwar sei es in Frankreich billiger zu spielen, aber St. Wendel ist näher.

Platz muss sich allein tragen

Der Golfplatz-Kenner weist die Weiland-Strategie zurück, wonach die 3500 Golfer seiner anderen Clubs Löcher in St. Wendel stopfen sollen. Billion: "Langfristig muss sich die Anlage allein tragen. Ansonsten macht die Investition für Weiland keinen Sinn. Es wird drei bis fünf Jahre dauern, dann wird er das auch schaffen." Zwar geht er von 700 Mitglieder für den St. Wendeler Golfclub aus, aber das sei nicht entscheidend. Billion: "Ich rechne nicht nach Mitgliedern. Schließlich könnte es ein Mitglied geben, das alles bezahlt." Entscheidender seien die Runden. Billion: "Da müssen in St. Wendel pro Jahr 40 bis 45000 Runden gespielt werden. Dann läuft's." Das funktioniere, wenn zwei Drittel von Clubmitgliedern gespielt werden und ein Drittel Gästespieler nach St. Wendel kommen. Hobby-Golfer Billion hat eine Formel: Ein Drittel von 45000 Runden ist 15000, davon zwei Drittel bleiben über Nacht. Billion: "Ich rechne mit 10000 Übernachtungen pro Jahr. Und Golfer sind Menschen, die eher zu viel, als zu wenig Geld liegen lassen." Das hebe die regionalwirtschaftliche Position St. Wendels. Ein Golfplatz sei als weicher Standortfaktor bei der Ansiedlungspolitik von Firmen anerkannt. Der Golfplatz sei zudem die landwirtschaftsverträglichste Lösung für das Areal gewesen. Außer man hätte gar nichts gemacht. Billion: "Was wäre die Alternative gewesen?"

Zudem sei der Golfplatz-Bauboom der 90er mit 40 Anlagen pro Jahr vorbei. Jetzt werden gerade mal sechs gebaut. Ungebrochen gebe es aber pro Jahr 25 bis 30000 Neugolfer. Billion: "Die wollen spielen, spielen und noch mal spielen."

Neun zusätzliche Langbahnen in St. Wendel

Noch mehr Golf auf dem Urlaubsplatz von SZ-Redakteur Axel Grysczyk

Am kommenden Samstag werden auf dem St. Wendeler Golfplatz neun weitere Langbahnen eingeweiht. Damit stehen 21 Bahnen der 27-Loch-Anlage zur Verfügung. Investor Hermann Weiland erklärt, dass die St. Wendeler Anlage nur durch Golf-Touristen Gewinne abwerfen wird. St. Wendel. Am Samstag werden neun weitere Langbahnen auf dem St. Wendeler Golfplatz eingeweiht. Damit stehen den Golfern 21 Langbahnen zur Verfügung. Der Investor der sieben Millionen Euro teuren Anlage, Hermann Weiland, hofft trotz des schlechten Wetters im Frühjahr, die Anlage im Oktober komplett einweihen zu können. Das haben Weiland und St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon gestern auf einer Pressekonferenz im Wendelinuspark bekannt gegeben.

Dabei hat Weiland versichert, dass er ohne die Vorleistungen der Stadt St. Wendel nicht gebaut hätte. Weiland: "Normalerweise dauert der Bau einer solchen Anlage vier bis sechs Jahre. Das hängt mit den ganzen Genehmigungen und Gutachten zusammen." In St. Wendel sei die komplette planungsrechtliche Grundlage in neun Monaten geschaffen worden. Weiland: "Ich habe von vornherein gesagt: Ich investiere nur, wenn mir das Gelände baureif übergeben wird."

Dafür hat die St. Wendeler Stadtverwaltung gesorgt. Bouillon hat die Grundlagen für rund 20 Genehmigungen geschaffen. Nach eigenen Angaben ist er bei rund 150 Terminen anwesend gewesen. "Damit der Investor gleich mit dem Golfplatzbau beginnen konnte, haben wir 100000 Euro, unter anderem für Gutachten, investiert", sagt Bouillon. Geld, das seiner Meinung gut investiert ist. Denn Weiland schätzt, dass er rund 30 bis 40 Arbeitsplätze schafft - und zahlreiche Golf-Touristen nach St. Wendel lockt.

Laut Weiland ist die St. Wendeler Anlage "der Urlaubs-Platz" in seinem Konzept. Die Golfanlagen Weiland GmbH betreibt bereits drei 27-Loch-Golfanlagen. In dessen Clubs gebe es momentan 3450 Mitglieder. In diesem Frühjahr hätten 943 Golf-Anfänger den Schläger in die Hand genommen. Weiland: "Ich gehe davon aus, dass davon 600 Mitglieder werden." Damit erreichen seine Anlagen im südhessischen Biblis-Wattenheim, im pfälzischen Dackenheim und im Landgut Dreihof nahe Landau ihre Kapazitätsgrenze. Weiland: "Die Golfer zahlen in einem Verein Mitgliedsbetrag und können auf allen vier Anlagen spielen. Hier im St. Wendeler Land fühlt man sich doch gleich wie im Urlaub. Das wird unsere Urlaubs-Anlage, auf die die Mitglieder ausweichen können. In vier bis fünf Jahren wird der Betrieb auf der Anlage richtig brummen."

Weiland bestätigt auch, dass der St. Wendeler Golfplatz selbstständig nicht lebensfähig sei. "Ich gehe davon aus, dass wir - wenn alles fertig ist - auf rund 600 Mitglieder kommen. Damit sich die Anlage deckt, brauchen wir 900 bis 1000 Mitglieder." Die Anlage im Wendelinuspark sei aber "realistisch geplant", weil sie auf die Golftouristen ausgelegt sei. Bouillon bestätigt, dass voraussichtlich 2006 mit dem Bau eines drei Millionen Euro teuren Hotels in der Anlage begonnen wird.
Presseartikel SZ v. 19.05.05
 

Jugend kann Golf kostenlos erlernen
St. Wendel 21.04.05
Der weitläufige Golfplatz in St. Wendel bietet Golf für jedermann. Von Beginn an hat sich St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon dafür eingesetzt, dass der Golfsport eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung erfährt und vor allem auch Schulen und Jugendliche das Golfspielen hier kostenlos erlernen können. Drei Schulen führen im Bereich des öffentlichen Platzes bereits Golfprojekte durch. Jetzt geht Bouillon einen neuen Weg in der Jugendförderung, indem er kostenlose Golfkurse für den Nachwuchs anbietet. Alle interessierten Jugendliche aus St. Wendel können an diesen Lehrgängen teilnehmen, die vom Förderverein für Sport und Kultur finanziert werden. Pro Kurs können etwa 20 Teilnehmer vom Golflehrer betreut werden. Bei einer größeren Anzahl von Interessenten werden mehrere Kurse folgen. Jugendliche, die einen kostenlosen Golfkurs belegen wollen, können sich im Vorzimmer des Bürgermeister, Tel. 06851 – 809101 anmelden.

Um eine möglichst hohe Akzeptanz für die schön gestaltete Golflandschaft zu erreichen, soll diese für die Bevölkerung zugänglich sein. Deshalb kündigt Bouillon an, dass man nach der Fertigstellung des 27-Loch-Platzs im Herbst öffentliche Wander- und Radwege im Golfgelände anlegen wird. Golfer, Spaziergänger und Radfahrer werden sich dann hier begegnen können, ohne einander zu stören.
Presseartikel der Stadt St. Wendel


Erst Mathe und Englisch - dann Golf

An jedem Freitagnachmittag steht für die Schüler des Arnold-Janssen-Gymnasiums Golf auf dem Stundenplan. Für 90 Minuten kommen sie dann auf den St. Wendeler Golfplatz.

Schüler des St. Wendeler Arnold-Janssen-Gymnasiums üben auf dem Golfplatz den Abschlag;
Foto: atb

Von Redaktionsmitglied Kirsten Pieper
St.Wendel. Raphael Backes holt aus, geht in die Knie, zieht den Schläger von hinten übers Gras. Klack. Er versetzt dem kleinen, weißen Ball vor seinen roten Turnschuhen einen kräftigen Schlag. Dann hält er inne. Der Schläger ragt noch in die Luft während der Blick des 15-jährigen Gymnasiasten den Flug des Balls verfolgt, der in der Ferne immer kleiner wird. "50 Meter - super", sagt Raphael und lässt den Schläger langsam zu Boden sinken. Er strahlt. Mit einer Hand greift er an den Bund seiner Jeans, zieht sie nach oben. Er schaut nach rechts zu seinen Schulkameraden. 20 Schüler des St. Wendeler Arnold-Janssen-Gymnasiums stehen dort in einer akkuraten, etwa 60 Meter langen Reihe, Rücken an Rücken, jeweils in drei Meter Abstand zum anderen, jeder mit einem Golfschläger in der Hand.

Golf auf dem Stundenplan

An jedem Freitagnachmittag steht für diese Schüler Golf auf dem Stundenplan. Für anderthalb Stunden kommen sie mit ihrem Lehrer Carsten Grimm auf den St. Wendeler Golfplatz, um sich von Trainer Heinz Rübmann die Kniffe des Golfspielens zeigen zu lassen. Sportlehrer Grimm, der die ungewöhnliche Sportstunde ins Leben gerufen hat, ist selbst begeisterter Golfer. Da lag es für den Lehrer nicht fern, auch seine Schüler für den Sport zu gewinnen. Dieses Jahr hat er zum ersten Mal eine Golf-AG angeboten. Der deutsche Golfverband und die Vereinigung clubfreier Golfspieler finanzieren die Trainerstunden. Außerdem hat die Schule einen Satz Golfschläger zum Üben geschenkt bekommen. Die Golf-AG ist Teil des bundesweiten Projekts "Abschlag Schule", mit dem der Verband Schülern den Golfsport nahe bringen und Golf als Schulsport etablieren will.

Die meisten der 20 Gymnasiasten hatten mit Golf bislang nichts zu tun. Christian Lermen beispielsweise hat bis vor zwei Wochen noch nie einen Schläger in der Hand gehabt. Als der Neuntklässler von der Golf-Arbeitsgemeinschaft (AG) hörte, meldete er sich sofort an: "Das ist mal was Neues, Ungewohntes. Und weil es dazu auch noch kostenlos ist, wollte ich es einfach mal ausprobieren." Christian spielt in seiner Freizeit Fußball. Doch trotz seiner Ball-Erfahrung muss er eingestehen: "Hier trifft man nicht sofort." Christian legt einen Ball vor seine Füße. Er holt aus, geht in die Knie, schlägt, verfolgt den Flug. Doch viele der Bälle fliegen nicht weit. Manchmal verschätzt er sich um wenige Zentimeter - der Schläger drischt auf den Boden: Statt des Balls fliegt dann ein Büschel Gras in hohem Bogen nach vorne.

Golf-Trainer Rübmann weiß aus langjähriger Erfahrung, wie viel Technik zum Golf gehört und wie viel Übung nötig ist, um sie zu beherrschen. Rübman schreitet die Reihe der Schüler ab, hält bei jedem inne und gibt Tipps. "Du sollst das Gras nur berühren, nicht umpflügen", sagt er. Um zu zeigen, was er meint, stellt er sich mit seinem Golfschläger in Position. Von hinten nach vorne schwingt er ihn durch die Luft und streift dabei die Grasspitzen. "Wie eine Bürste muss der Schläger über das Gras streichen." Doch auch, wenn bei vielen Anfängern statt des Balles ein Büschel Gras hochfliegt, beruhigt Rübmann seine Schüler. "Dafür üben wir ja hier auf der Driving Range", wie die Übungswiese im Golf-Jargon heißt. Auch später auf dem gepflegten Grün sei es nicht dramatisch, wenn ein Stück Grassohle mitfliegt, ergänzt Grimm. Dann gehöre es jedoch zur so genannten Etikette, das Grasbüschel wieder einzusetzen.

Für Sportlehrer Grimm ist "Etikette" ein wichtiges Lehrziel. "Etikette" meint jedoch nicht Manieren, wie allgemein vermutet wird. Etikette sind die Regeln und das sportlich-faire Verhalten während des Spiels. Dazu gehören auch Sicherheit, Rücksichtnahme und die Schonung der Spielanlage. Diese Regeln zu beherrschen, ist Pflicht für jeden Golfer. Im Gegensatz zu anderen Ballsportarten gibt es nämlich beim Golf keinen Schiedsrichter auf dem Platz.

Ein Ziel vor Augen

Doch bis die Schüler die Platzerlaubnis haben, um auf dem großen Gelände zu spielen, müssen sie noch viel üben. Und die Motivation dazu haben sie. Keiner der Schüler hält inne. Klack, klack, klack. Die Bälle fliegen ununterbrochen. Schließlich nimmt Golflehrer Rübmann seinen Schläger in die Hand. Er taxiert den Ball, holt aus und schlägt. Wwumm. Der Ball fliegt über die 250 Meter-Linie. Mit weit aufgerissenen Augen haben die Schüler den Schlag beobachtet. Jetzt wissen sie, wie weit ihr Ziel ist, das sie erreichen wollen.

Presseartikel der SZ vom 19.04.05
Kläranlage auf dem Golfplatz

Neue Nano-Kläranlage

St. Wendel. Badewasserqualität hat das Wasser, wenn es die neue Kläranlage des Golfplatzes St. Wendel verlässt. Das gereinigte Abwasser ist nicht nur glasklar, sondern auch weitgehend frei von Bakterien und Keimen. Möglich macht dies ein weltweit neues Verfahren. Das Abwasser wird durch nanotechnische Keramikfilter gepumpt, die die in der biologischen Klärstufe nicht abgebauten Schadstoffe und Bakterien zurückhalten. Das geklärte Wasser kann als Brauchwasser wiederverwendet werden.
Presseartikel der SZ v. 13.05.05


Kläranlage auf dem Golfplatz
Mit Nano-Keramik an die Weltspitze

 Zur Veranschaulichung wurde bei der Einweihung der Kläranlage der Edelstahlrahmen mit den Keramikplatten teilweise aus der trüben Brühe des Belebungsbeckens gezogen. Foto: atb

Mit den Weltmeisterschaften schmückt sich St. Wendel schon längst. Jetzt ist eine Weltneuheit hinzugekommen: Die erste Kläranlage mit nanokeramischen Membranen.

St. Wendel. Im Gegensatz zu Weltmeisterschaften lockt die Weltneuheit Kläranlage auf dem St. Wendeler Golfplatz keine Massen an. Und doch wird sie zu einem Wallfahrtort werden, allerdings nur für Abwasserspezialisten. Denn das, was sich ganz unspektakulär präsentiert, ist, wie der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf bei der Einweihung am Donnerstag (wie gemeldet) sagte, "Hochtechnologie, die zu einem Knüller für die Abwasserreinigung der Zukunft werden kann". Deshalb habe das Ministerium die Kläranlage auch mit 300000 Euro, 75 Prozent der Kosten, gefördert.

Sichtlich angetan war auch der EVS-Geschäftsführer Heribert Gisch. Er sieht in der neuen Technik ein "wichtiges Pilotprojekt für die Gemeinden." Gerade im ländlichen Bereiche biete sich die Dezentralisierung an, die sich mit der neuen Technik noch wirkungsvoller und einfacher umsetzen lasse. Die Nano-Technologie sei die Schlüsseltechnologie des 21-Jahrhunderts. Im Fall der Keramikfilter sei die Forschung erledigt, jetzt müsse es an die konkrete Umsetzung gehen. Bürgermeister Klaus Bouillon sprach von einem guten Tag für die Stadt, denn mit dieser Kläranlage werde die öffentliche Erschließung der Konversion abgeschlossen. Stolz sei er auf die Mannschaft des Abwasserwerkes unter Leitung von Lothar Schmitt, die alles daran gesetzt habe, dass diese hochtechnologische Anlage in St. Wendel gebaut werden konnte.

Wie eine schmucke Doppelgarage präsentiert sich die neue Anlage, die für das Abwasser von rund 70 Personen ausgelegt ist. Im Innern präsentiert sich die Anlage mit ihrem runden Belebungsbecken (20,67 Kubikmeter) auf den ersten Blick ganz konventionell. Doch in der trüben Brühe hängen, in einen Edelstahlrahmen eingespannt, hellgelbe Keramikplatten. Durch diese porösen Platten, von den Fachleuten Membranen genannt, wird das Wasser aus dem Belebungsbecken gesogen.

Glasklar sauberes Wasser

Glasklar rinnt ein dünner Strahl durch ein Schauglas in einen Zwischenbehälter. Der dient als Vorrat um die Keramikplatten ab und an rückzuspülen. Das heißt, sauberes Wasser wird durch die Filterplatten in das Belebungsbecken gedrückt.

Die Porengröße der Filtermembranen, hergestellt von der Firma iTN Nanovation, liegt im Nanometerbereich (Milliardstel eines Meters). Das bedeutet, dass die Filter Schadstoffe, die die Bakterien im Belebungsbecken nicht oder noch nicht abgebaut haben, zurückhalten. Das Wasser, das durch die Filter fließt hat Badewasserqualität. Denn auch Keime und Bakterien werden zurückgehalten. Absetzteiche wie bei üblichen Kläranlagen sind bei diesem Verfahren nicht mehr notwendig. Auch einen Vorfluter, etwa ein Bach braucht man nicht mehr. Das Wasser kann, wo es möglich ist, im Boden versickern. Auf dem Golfplatz etwa über die Bewässerung der Rasenflächen. ddt

Meinung
Abwarten kann innovativ sein

von sz-redakteur dagobert schmidt
Wenn das neue Klärverfahren im Dauereinsatz das hält, was seine Erfinder versprechen und die Versuche bislang belegen, macht die Klärtechnik einen großen Sprung nach vorne. Denn der Einsatz der Keramikfilter erlaubt den Bau kompakter, dauerhafter und vor allem einfach zu bedienender Anlagen, die überall dort gebaut werden können, wo sie gebraucht werden. Die Zeit der Großkläranlagen, Pumpstationen und Druckleitungen ist endgültig vorbei. Statt Millionen Euro in den Boden zu verbuddeln, um kleine Orte, Weiler oder Neubaugebiete per Kanal an eine zentrale Kläranlage anzubinden, wird das Abwasser dort geklärt, wo es anfällt. Nicht einmal ein Bach muss in der Nähe sein. Das Wasser kann versickern.

Jetzt muss sich zeigen, ob der Rest des Landes so innovativ wie St. Wendel ist. Beim EVS laufen die Planungen für Kläranlagen mit aus heutiger Sicht veralteten Verfahren auf Hochtouren, Zeitvorgaben der EU drängen. Jetzt müssen Umweltminister und EVS rasch umdenken. Überall dort, wo es möglich ist, Zeitplan der EU hin oder her, wird der St. Wendeler Test abgewartet. Das würde dem Land hochmoderne Kläranlagen, Imagegewinn und den Bürgern auf Dauer weniger Gebühren bescheren. ddt
Presseartikel der SZ von Pfingsten 2005

Neun Langbahnen eingeweiht

Macher und Hobbygolfer: St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon (links) schafft den Schlag über den Teich auf einer der neun neuen Langbahnen und bittet Investor Hermann Weiland, es ihm nachzumachen. Auch Weiland schafft's im Anschluss.
Foto: atb





Neun Langbahnen in St. Wendel eingeweiht Golfplatz bekommt Hotel
von sz-redakteur axel grysczyk

Am vergangenen Samstag wurden neun Langbahnen auf dem St. Wendeler Golfplatz eingeweiht. Zu diesem Anlass verkündete Bürgermeister Klaus Bouillon den Bau eines Hotels.

St. Wendel. Um 16.30 Uhr am vergangenen Samstag golften 52 Teilnehmer noch eifrig um den Turniersieg auf der neuen St. Wendeler Golfanlage. Zwei Sieger saßen zu dieser Zeit bereits im Clubheim und tranken genüsslich Prosecco: Investor Hermann Weiland und St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon. Ihr Triumph war nicht die Anzahl der Schläge, sondern die Gewissheit, dass die nicht immer unumstrittene Anlage zu einem Erfolg wird - vielmehr bereits geworden ist.

Bouillon beschrieb die Golfplatzgeschichte: "Vor sechs Jahren haben wir erstmals die Pläne vorgestellt, und heute weihen wir bereits die ersten neun Langbahnen ein. 500 Arbeitsplätze haben wir durch den kompletten Wendelinuspark, dessen Herzstück der Golfplatz ist, geschaffen. 30 Millionen Euro private Investitionen hat das nach sich gezogen."

Touristen sollen kommen

Der Verwaltungschef erwarte weiterhin viele 1000 Golfer, die als Touristen nach St. Wendel kommen. "Und die werden von dem neuen Hotel begeistert sein", erzählte Bouillon aus dem Grenzbereich zum Inoffiziellen. Zwar seien die Verträge noch nicht unterzeichnet, aber er könne bereits bestätigen, dass ab kommenden Frühjahr ein Hotel inmitten des Golfplatzes entstehen wird. Dies soll zunächst 16 Zimmer beherbergen, könne aber später auf 70 Zimmer erweitert werden. Dazu ist Gastronomie mit einer öffentlichen Gaststätte geplant und Nebenräume für die Golf-Clubmitglieder.

"Platz ist kein großes Risiko"

Hermann Weiland, der sieben Millionen Euro in die Gesamtanlage investiert, erklärte, warum dieser Platz kein großes Risiko sei. "Golftourismus ist in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Wir werden das stark forcieren. In den Golfclubs auf unseren Anlagen haben wir bereits rund 4200 Mitglieder. Die können in St. Wendel umsonst spielen, und das werden sie tun." Zum Vergleich nannte er das Beispiel des spanischen Marbella. Da gebe es in der Region 37 Golfplätze, die von den Golfern abwechselnd genutzt werden. Rotation sei das Zauberwort.

Dass der Investor so gelassen war, hatte einen weiteren Grund. Weiland: "Wir wollen 600 Mitglieder haben. Bereits jetzt gehören dem Club schon 150 Golfer an. Von so einer Zahl kann man normalerweise erst nach einem Jahr nach Fertigstellung der Anlage ausgehen." Zu den 600 Clubmitglieder sollen dann 600 Gästespieler aus den anderen Weiland-Anlagen oder sonstigen Golftouristen kommen. Schließlich sei die Anlage ein "Naturwunder", so der gelernte Gartenarchitekt. "Auf anderen Golfanlagen hat ein Spieler ein bis zwei Bahnen, die wirklich reizvoll sind", sagte Weiland und ergänzte: "In St. Wendel ist jede zweite Bahn ein ganz außergewöhnliches Erlebnis. Das hängt mit den Gegebenheiten zusammen. Hier mussten wir nichts künstlich erschaffen. Hier war alles schon da."

Für Bouillon und Weiland ist der Golfsport keine Angelegenheit einer elitären Gruppe. Bouillon: "Zusammen mit dem Arnold-Janssen- und dem Cusanus-Gymnasium werden wir Golf als Schulsport anbieten." Und Weiland legte Wert darauf, dass nichts abgeriegelt werde. "Heutzutage muss man Golfanlagen wie öffentliche Parks bauen, um erfolgreich zu sein", erzählte er und verwies auf die öffentlichen Wanderwege zwischen den Golfbahnen, deren Baubeginn in Kürze ansteht. Weiland ging davon aus, dass der Rest der Anlage spätestens im nächsten Spätsommer fertig sei, möglicherweise schon im Mai.

Solange können er und Bouillon noch üben. Obwohl beide betonten, bereits über den Teich geschlagen zu haben. Egal, Sieger sind Sie ja bereits.
Presseartikel der SZ vom 27.9.04

Bilder vom Tag der Eröffnung der ersten 9 Bahnen des Meisterschaftsplatzes am 25.9.04












   
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